Wer wird Einzel-Europameister?

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iEine Österreicherin wird am Sonntag im Finale der 2. FIR European Racketlon Championships presented by Babolat antreten. Im Halbfinale des ESS ENGINEERING SOFTWARE STEYR Women A – Elite Einzels treffen die Weltranglisten-Erste Christine Seehofer und die Weltranglisten-Fünfte Bettina Bugl (4) aufeinander. Die amtierende Weltmeisterin konnte im Viertelfinale gegen die Tschechin Zuzana Severinova bereits im Squash den Sack zumachen. Die U21-Vizeeuropameisterin Bugl musste erst gar nicht zum Viertelfinalspiel antreten. Christines Schwester Elisabeth Seehofer verletzte sich am Freitag bei ihrem letzten Teamspiel an der Rippe und musste heute w.o. geben. „Es tut höllisch weh. Ich war heute schon röntgen. Zum Glück ist nichts gebrochen“, so die ältere der Seehofer-Schwestern. Am unteren Ast kommt es am Sonntag zu einem deutschen Halbfinale. Die auf zwei gesetzte Amke Fischer schlug die U21-Europameisterin Hannah Boden aus Großbritannien im Viertelfinale +3 (TT: 16-21, BA: 21-14, SQ: 13-21, TE: 21-12). Doppel-Welt- und Europameisterin Natalie Paul setzte sich mit drei Punkten Vorsprung gegen die auf drei gesetzte Lieselot De Bleeckere (BEL) durch. Paul gibt sich vor dem Match vorsichtig optimistisch: „Die letzten beiden Spiele gegen Amke habe ich verloren – einmal mit einem Punkt, einmal im Gummiarm. Amke geht als Favoritin ins Match, aber es ist noch nichts entschieden.“ Am Sonntag ab 9 Uhr beginnen die Halbfinalspiele – live auf der Facebook-Seite der RFA und auf laola1.tv.

Griffiths vs. Rykowski

Im ersten Halbfinalspiel des ECO SECURE Men A – Elite Einzel trafen Kasper Jønsson (DEN) und Rav Rykowski (POL) aufeinander. Der Pole, der in Wien nur im Einzel antritt und bis zum Viertelfinale ohne die vierte Disziplin Tennis ausgekommen war, startete auch gegen den Favoriten aus Dänemark stark. Nach 10-21 im Tischtennis stellte er mit 21-14 im Badminton und 21-7 im Squash seine Topform unter Beweis. Zwölf Punkte fehlten Rav im Tennis zum Sieg – eine schwere Aufgabe in seiner schwächsten Disziplin gegen den starken Tennisspieler Jønsson. Doch der Pole riskierte, spielte angriffslustig und holte Punkt für Punkt. Jønsson hatte sich nichts vorzuwerfen, es sollte der Tag von Rykowski werden, der seinen ersten Matchball zum 12-10 verwerten konnte: „Jetzt will ich nur noch schlafen! Ich bin überglücklich über den Finaleinzug und freue mich, morgen im Finale zu spielen!“ Der Gegner des 34-Jährigen ist der erst 17-jährige Leon Griffiths. Der Brite setzte sich gegen den slowenischen Wildcard-Spieler Janez Makovec (SLO) +15 (TT: 18-21, BA: 21-5, SQ: 25-23, TE: 7-7) durch. „Die Partie habe ich im Squash gewonnen“, so Griffiths. Makovec, der am Glas-Court der Centre Court Arena nach zahlreichen Bällen hechtete, zog sich dabei ein Cut am Bein zu und nahm bei 21-20 für den Briten ein Medial Timeout. Der Slowene erspielte sich danach noch zwei Game-Bälle, letztlich behielt der Brite aber die Oberhand. Im Tennis sahen die Zuschauer das Duell der zwei wohl besten Tennisspieler im Turnier. Makovec machte Druck, konnte sich aber keinen entscheidenden Vorteil erspielen. Griffiths spielte praktisch fehlerfrei, holte die nötigen sieben Punkte und freute sich danach mit dem britischen Team, das aufs Spielfeld stürmte und seinen Star feierte. Ob er Rav im Finale schlagen könne? „Das werden wir morgen sehen!“

Rav Rykowski
Rav Rykowski © rubinfoto.com
Keine Medaille für Österreichs Elite-Herren

Österreichs Hoffnungen auf eine Medaille im ECO SECURE Men A – Elite Einzel endeten im Viertelfinale. Drei RFA-Starter hatten es in die Runde der letzten Acht geschafft: Georg Stoisser, Lukas Windischberger und Michi Dickert. Den Anfang in der Centre Court Arena machte der Steirer Stoisser, der im Duell zweier Wildcard-Spieler auf den Slowenen Janez Makovec traf. Makovec startete stark, spielte offensiv und dabei fast fehlerfrei Tischtennis und gewann 21-5. Doch Stoisser schlug zurück, triumphierte 21-9 im Badminton und ging nach 21-11 im Squash mit einer Sechs-Punkte-Führung in die letzte Disziplin Tennis. Es war ein offener Schlagabtausch mit sehenswerten Ballwechseln im Duell zweier Linkshänder. Immer wieder wollte Stoisser die Initiative ergreifen, immer wieder unterliefen ihm dabei Fehler. Bei 7-15 zertrümmerte Stoisser seinen letzten Schläger nach einem Schlagfehler. Mit fremdem Material ging es weiter – Makovec spielte sogar ein paar Schläge mit dem Österreicher ein, damit sich dieser an das neue Spielgerät gewöhnen konnte. So viel Fairness verwunderte die Zuschauer. Bei 19-13 für Makovec im Tennis fehlten beiden Akteuren noch zwei Punkte zum Sieg. Der Slowene machte diese en suite und zog ins Halbfinale ein.

Makovec Gegner in der Vorschlussrunde sollte der britische Youngster Leon Griffiths sein. Es war ein Match auf des Messers Schneide zwischen Griffiths und dem Österreicher Lukas Windischberger. Mit 21-10 und 21-19 gewann der 17-Jährige die ersten beiden Disziplinen gegen seinen 25-jährigen Kontrahenten. Eine sensationelle Squash-Leistung von Windischberger sollte die Vorzeichen vor der letzten Disziplin Tennis jedoch zugunsten des Großengersdorfers drehen. Konzentriert spielte Lukas Punkt für Punkt, gewann 21-0 und lag mit acht Punkten vor der letzten Disziplin voran. Weil die Partie zwischen Stoisser und Makovec noch im Gange war, kam es zu einer längeren Pause, die der Brite nützte, um sich vom Squash-Schock zu erholen. Griffiths zog im Tennis schnell mit fünf Punkten davon. Viele knappe Entscheidungen auf beiden Seiten gipfelten in folgender Situation bei 13-6: Windischberger servierte, der Schiedsrichter gab den Ball gut, Griffiths sah den Ball im Out, spielte jedoch weiter um nach einigen Schlägen den Ballwechsel doch zu stoppen. Der Ball war überspielt, dennoch einigten sich die Spieler auf zweiten Aufschlag, den Windischberger verschlug. Danach ging nicht mehr viel beim Niederösterreicher, der insgesamt zu passiv spielte und dabei eine ungewohnt hohe Fehlerquote verzeichnete. Griffiths siegte 21-9 im Tennis und gewann damit auch das zweite Saisonduell mit Windischberger.

Um genau 12 Uhr schickte sich dann Michi Dickert an, den mehrfachen Vize-Weltmeister Kasper Jønsson zu schlagen. „Tischtennis und Squash werden entscheidend sein“, hatte der Klosterneuburger prophezeit. Mit einem Punkt Rückstand aus diesen beiden Disziplinen und einer 10-21-Niederlage im Badminton fehlten dem Dänen im Tennis noch zehn Punkte zum Sieg. Dickert versuchte am Hardcourt aktiv zu sein, produzierte dabei jedoch zu viele Fehler. So endete der Matchball symptomatisch mit einem Vorhandfehler des 36-Jährigen. Jønsson, der klar gemacht hatte, dass er hier sei um Europameister zu werden, sollte im Halbfinale auf den Polen Rav Rykowski treffen. Rykowski, der als einziger Spieler im Turnier noch nicht zum Tennisschläger greifen musste, warf den Dänen Morten Jaksland (3) mit +28 (TT: 21-14, BA: 21-11, SQ: 21-10) aus dem Turnier.

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